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eBook & eLending

16. Februar 2017| Praxisbericht eBooks & Author's Rights
Foto: © Alberto Masnovo

Praxisbericht: eBooks & author's rights

Die Wiederverkäuflichkeit der „Leselizenz“ bei eBooks zerstört den eBook-Markt komplett und leistet der Piraterie Vorschub. Dann können sich nur noch wenige Verlage leisten, eBooks zu produzieren.



EBook und Wiederverkauf

Forderungen
eBooks – wie gedruckte Bücher – wiederverkäuflich zu stellen.
Gestellt von:
• Wenigen Konsumenten, die ihren individuellen Kultur-Etat ausbalancieren möchten. • Apple und Amazon; diese Konzerne haben bereits vor einigen Jahren die Patente auf Second-Hand-Plattformen angemeldet. • PolitikerInnen einiger Verbraucherschutzministerien.

Rechtslage
Bei eBooks erwirbt der Konsument eine Lese-Lizenz, eine Nutzungserlaubnis für das Lesen des Inhalts. Diese Nutzungslizenzen übertreffen die Nutzungsarten eines gedruckten Buches: die marktführenden Distributoren Apple und Amazon etwa bieten erweiterte Nutzungslizenzen an. Hierbei kann ein eBook fünf- bis sechsmal gleichzeitig auf fünf bis sechs unterschiedlichen Geräten (Handy, Laptop, Tablet, Reader…, also auch an verschiedenen Orten von mehreren Personen gleichzeitig) gelesen werden. Die Apple Familienfreigabe oder die Kindles Konto-Anmeldungen machen es also möglich, dass ein Text mehrfach und simultan konsumiert werden kann.
Diese Möglichkeit hat das gedruckte Buch nicht; es muss singulär verliehen werden. Durch die Mehrfachlizenzen wird jedoch das physische Verleihen oder Weitergeben eines einzelnen gedruckten Buches mehr als aufgefangen, sogar übertroffen. Und das für ein Preis, der oft 20 bis 30 % uner dem VK eines Druckwerkes liegt.

Kritische Konsequenzen eines „Wiederverkaufes“
eBooks altern nicht. Sie sind ewige Neuware und können endlos zirkulieren. Anders als gedruckte Bücher, die oft nach dem dritten Besitzerwechsel so stark gealtert sind, dass ein erneuter Gebruachtverkauf schwer ist.
Anders bei digitaler, ewiger Neuware: ein E-Book wird nie zerlesen sein und kann zehnal, hundertmal, für immer, weiter gegeben, konvertiert und gelesen werden. Somit würden nach kurzer Zeit zahlreiche Zweit, Dritt, Viert… E-Books im Markt sein. Geduldige Käuferinnen müssten nur einige wenige Wochen warten, um sich eine E-Book-Leselizenz zu kaufen, die weit billiger ist als das „neue“ E-Book – aber das ohne einen einzigen Qualitätsverlust.

Dieser „Zweitmarkt“ der eBooks würde den Primärmarkt auf Dauer komplett zerstören. Denn Wer kauft ein Neu-eBook für zehn Euro, wenn exakt dasselbe für fünf Euro zu haben ist?
Verlage hätten keine Einnahmen mehr durch eBookverkauf. Profiteure sind allein die US-Unternehmen wie Amazon oder Apple, die bereits Patente zum Widerverkauf digitalisierter Waren (Auch Songs) angemeldet haben. Überlegungen wie etwa die Beteiligung von Verlagen am Verkauf der Zweit-, Dritt, Viert–Verkäufe ist keine gerechte Lösung, da sie den Verlust durch die Zerstörung des Primärmarktes mit höheren Margen nicht auffangen.

eBooks sind zudem ohne Qualitätsverlust zu kopieren. Darauf baut die gesamte Piraterieszene, die sich bereits jetzt aus Flatrateprogrammen mit Nachschub bedient. Streamripping nennt sich die Methode, aus Dateien, die nur online zu lesen sind, Downloaddateien anzufertigen, um diese im Anschluss ungeschützt auf Piraterieportalen anbieten zu können. Ein Secondhand-E-Bookmarkt wäre eine zutiefst ergiebige Quelle für professionelle Uploader.
Doch nicht für diese: Sondern auch für jene, die sich als „E-Book-Antiquariate“ aufstellen würden und „Secondhand-Dateien“ anböten – doch aus welcher Quelle? Legal oder illegal?
Bereits die alljährliche deutschsprachige Belletristik passt auf einen einzigen USB-Stick. Ein „Zweitmarkt“, der seine Angebote z.B. aus unrechtmäßig kopierten eBooks zieht und sich als „Zweite-Hand-Buchhändler“ im Netz darstellt, würde schließlich auch die legalen Distributoren von eBook-Lizenzen aus „zweiter Hand“ zerstören.

Der „Zweitmarkt“ der eBooks würde den Primärmarkt restlos zerstören. —  Nina George

Das Ausfiltern solcher illegalen Angebote ist nur möglich durch einen stark erhöhten DRM-Einsatz. DRM (Digital rights management), die Rechte-Verwaltung digitalisierter Güter, mit der auch die Logistik von e-Distributoren wie etwa Apple oder Amazon gestaltet wird – wird von manchen Konsumentinnen bzw. einigen Politikerinnen als extrem störend empfunden.
Andererseits macht DRM die Mehrfachlizenzen und Multi-Nutzung für mehrere Geräte und Personen an verschiedenen Orten möglich, siehe oben; ermöglichst Updates und sichert auch das Warenrrückgaberecht.



Lösungsansätze, um Konsumentinnen das Ausleihen oder Wietergeben zu ermöglichen:
• Die Lizenz zum Multi-(e)Lesen DRM-(digital rights management)gestützt.
• Dateien auf einer begrenzten Anzahl von verifizierten Geräten (Wie Apple Familienfreigabe).
• Lizenz nur durch Online-Abfrage einer Nutzer-ID abspielbar; hier wechselt also die ID den Besitzer und kommt so einem Weitergeben nah.
• Lizenzen von einem Konto auf das andere übertragen. Diese technische Lösung ist rein rechtlich tragbar. Herausforderung: Datei-Tilgung auf Erstgerät muss gewährleist sein. Das ist wiederum ohne die nicht unumstrittene DRM / ID-Kontrolle schwer möglich. Disruption wäre in diesem Fall die Folge. Der Sekundärmarkt würde dann ebenfalls Primärmarkt ersetzen, Verlage & Autorinnen nicht mehr beteiligt.
• Künstliche Alterung der Form (Datei), Wasserzeichen (Wie bei Libreka: Datei kann Erstnutzer zugeordnet werden, bei Piraterie kann Erstquelle zurückverfolgt werden), begrenzte Wiederverkäuflichkeit per Zählmarke, sodass z.B. nur dreimaliger Wiederverkauf möglich wäre. Dieses macht jedoch dann eine Einpreisung nötig, so, wie auch der Secondhandverkauf (Einmaliger Wiederverkauf) bei Printprodukten in den Verlaufspreis integriert ist.
Jedoch schon jetzt werden eBooks als zu teuer empfunden; eine Argumentation für höhere statt niedrigere Preise ist seitens der Konsumenten womöglich nur schwer nachvollziehbar.

Fazit
Eine Wiederverkäuflichkeit der „Leselizenz“ bei eBooks unterhöhlt den primären eBook-Markt und dient Piraterie-Portalen als neue Quelle für Dateien. Profiteure wären Zweitmarkt-Händler wie Amazon und Apple.
Lösungen wie limitierter Weiterverkauf auf z.B. 3 mal nach Erstankauf, sollten nicht ohne vorherige Evaluierungen und Beteiligungverhandlungen zwischen Distrubuteuren, Verlagen und Autorinnen statt finden, und sich z.B. nicht auf Novitäten, sondern auf Backlisttitel, die älter als fünf Jahre sind, beschränken.

E-Lending und Bibliotheken


Forderungen
• eBooks von allen deutschsprachigen Novitäten bei Erscheinen des eBooks in staatlichen Bibliotheken für die Onleihe / DiViBib durch eine mandatorische Schranke im Urheberrecht zugänglich zu machen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf liegt seit Anfang 2017 vor.
• Zwangs-Beteiligung aller Verlage mit sämtlichen e-Titeln.
• E-Book-Zugang (Onleihe, Divibib) soll für Lesende per Reader, Smartphone, Laptop online von jedem Ort kostenfrei bzw. mit der Bibliotheks-Jahresgebühr abgegolten sein.
• Eine Leihgebühr pro E-Book, deren Höhe mindestens mit den Erlösen vergleichbar wäre, die Autorinnen aus kommerziellen Leih- bzw. Mietplattformen erzielen (Je nach Vertrag und Preis des E-Books zwischen 30 Cent und 1,50 Euro), lehnt der Bibliotheksverband ab.

Rechtslage
Umgangssprachlich für Lesende wie auch für Bibliotheken, und auch von der erbrachten Leistung der Autorinnen und Verlage her, sind eBooks „wie“ gedruckte Bücher. Kosten, Leistung, Qualität, Inhalt – „nur“ das Medium ist ein anderes. Das „nur“ aber hat es in sich: Seine Kopierbarkeit und seine Distribution ist eine völlig andere als beim Printbuch, ebenso die Branchenbeteiligten und die, die zurück gelassen werden (Buchhändler und Buchgroßhändler). Alle Vorteile der digitalen Distribution beinhalten auch Nachteile.

VG WORT und E-Lending? Durch die Bibliothekstantieme (Gesamtvertrag über die Abgeltung der Ansprüche nach § 27 Abs. 2 UrhG) via VG WORT werden Autorinnen und Verlage pauschal an den Ausleihen gedruckter Bücher beteiligt.

Die Verwertungsgesellschaften VG WORT, VG Bild-Kunst, GEMA, GVL, VGF, GWFF, VFF und VG Musikedition haben dazu zur Geltendmachung der Bibliothekstantieme die Zentralstelle Bibliothekstantieme (ZBT) gegründet. Die ZBT hat mit Bund und Ländern einen Gesamtvertrag (Siehe: www.bibliotheksverband.de) über die Abgeltung der Ansprüche nach § 27 Abs. 2 UrhG abgeschlossen, der alle Verleihvorgänge durch öffentliche Bibliotheken abdeckt. Weitere Tarifeinblicke finden Sie hier: www.vgwort.de

Sieben Referenzbibliotheken liefern jährliche Ausleihdaten, leider jedoch nicht titelgenau, obgleich dies technisch möglich ist. Hier werden nur nach Segmenten (Belletristik, Kinder/Jugendbuch, Fachbuch, Sachbuch, Hörbuch-CD …) Ausleihdaten erhoben. An Verlage werden jedoch Anschaffungsmengen gemeldet; diese Einkäufe tauchen in den regulären Abrechnungen auf. Bestseller werden z.B. oft in Mengen von rund 1000 Exemplaren für die rund 2000 an den Bibliotheksverband angeschlossenen Bibliotheken angeschafft.

Die pauschale Vergütung für Bibliotheks-Ausleihen wird durch reguläre als auch durch Sonderzahlungen an die VG Wort seitens der Bibliotheken geleistet. Die VG Wort wiederum schüttet jährlich an die Wahrnehmungsberechtigten AutorInnen aus. Die Gesamtleihen der letzten drei Jahre werden dazu addiert und gedrittelt. Der Mittelwert bestimmt die Höhe der Ausschüttung. Pro Leihe zahlen Bibliotheken laut Wikipedia zwischen 3 bis 4 Cent. Zusätzlich werden alle drei Sonderausschüttungen für Regionalia, Anthologien und Werke erhoben, deren AutorInnen in den vergangenen Jahren keine Bibliothekstantiemen erhielten.
Jeder Urheber erhält in regulären Jahren einen Sockelbetrag, unabhängig von der Ausleihhäufigkeit und oben auf noch den Anteil, der sich aus den Leihen in seinem Segment ergibt. Der Sockelbetrag lag in den vergangenen Jahren um 49 bis 123 Euro.

Bei kommerziellen Leihmodellen erhalten Autorinnen pro Ausleihe je nach Vertrag und Anbieter zwischen 20 % bis 50 % des Nettoverlagserlöses. Z.B. bei Skoobe und einer Taschenbuchausgabe um 9,99 Euro: 28 Cent pro Leihe, bei Kindle Unlimited erhalten aber Selfpublisher dasselbe, was sie auch bei einem Verkauf erreicht hätten.
Grundsätzlich sind kommerzielle Leihmodelle für Verlagsautorinnen ein Verlust – ein größerer jedoch wäre die reine VG Wort-Vergütung beim E-Lending.

Kritische Konsequenzen
Der Entwurf zur Wissenschafts- und Bildungsschranke im Urheberrecht soll die Möglichkeit schaffen, E-Books ohne Zustimmung der Rechteinhaber (Verlag und Autorinnen) zu verleihen, und über die Bibliothekstantieme abgelten zu können. Bibliothekare wollen bei diesem Ruf nach dem Gesetzgeber den Verlagen und Autorinnen das Recht nehmen, selbst zu entscheiden, ob sie bei der Onleihe in der gewünschten bzw. in der jetzigen Form dabei sein wollen oder nicht. Es wird mit Informationspflicht argumentiert und mit ihr der Bezug sämtlicher Bestseller gefordert.

Problemanalyse
• Die Höhe der Vergütung an Verlage für Anschaffung von eBooks in Bibliotheken ist ungeklärt.
• Die Höhe der Vergütung an VG Wort ist ungeklärt.
Die Logistik der Abrechnung ist ungeklärt.
• Die Ausleihmodalitäten sind ungeklärt: Begrenzte oder unbegrenzte Ausleihe, einmalige Anschaffung oder wiederholende? Der alltägliche Verschleiß von Printbüchern begrenzt die Ausleihe und erfordert eine regelmäßige Neuanschaffung. E-Books jedoch altern nicht. Auch ist ein Printbuch 26 Mal im Jahr nacheinander ausleihbar; E-Books jedoch theoretisch und technisch unbegrenzt und simultan.
• Intransparente Abrechnung soll beibehalten werden; dabei ist eine titelgenaue Abrechnung durch E-Books leicht möglich.
• Die Umsatzeinbrüche bei Verlagen sind mehr als relevant. Sollten alle Bibliotheken online verleihen, ist es mehr als wahrscheinlich, dass der E-Bookmarkt einbricht und sich auch kommerzielle Leihen, die den Kunden um 10 Euro/Monat kosten, erledigen und den Autorinnen damit ebenfalls Einkommen nehmen .
• Kartellrecht verbietet Verlagen, im Gespräch mit Bibliotheksverbänden zu einer einheitlichen Vergütungsregelung zu finden, ohne E-Bookschranke.

Onleihe ist ein wachsendes Feld: inzwischen sprechen die Bibliotheken nicht mehr ihre ursprüngliche, einkommensschwache Zielgruppe an – sondern einen wachsenden Kreis von KonsumentInnen. Die Zahl der Ausleihen von eBooks und eMedien (ePaper) ist stark gestiegen, ein Drittel aller E-Bookleser leiht bereits via DiViBib laut Bitkomstudie.

Gratisflat für alle?
Wenn die 8000 Bibliotheken in Deutschland z.B. 26 Ausleihen von einem bestimmten eBook im Jahr ermöglichen, summiert sich dies auf 208.000 mögliche Leihen im Jahr. Das sind bei ca. 40.000 Novitäten von Belletristik und Kinder- und Jugendbuch ein entscheidender Wirtschaftsfaktor für die Branche.
Personal-Unterdeckung, alte technische Ausstattung: Bibliotheken sind Stiefkinder von Land und Kommune. Doch diese Unterdeckung auf dem Rücken der Autorenschaften und Verlage auszutragen erscheint fragwürdig.
Der Bildungsauftrag sollte nicht von freien Autorinnen getragen werden.

Onleihe ist ein wachsendes Feld: inzwischen sprechen die Bibliotheken nicht mehr ihre ursprüngliche, einkommensschwache Zielgruppe an – sondern einen wachsenden Kreis von KonsumentInnen. —  Nina George

Die Debatte zwischen Bibliotheken, Verlagen und Autorinnen ist festgefahren Die meisten Bibliotheken bieten einen Werkbestand von 2000 bis 5000 Titeln an, bei 1,4 Mio lieferbaren und mehreren hunderttausend aktuell verfügbaren Titeln jeder Sorte.
Die VG Wort schüttet nach einem Schlüssel – Umfrage an sieben Bibliotheken nach deren Ausleih-Verteilung – an Autorinnen und Verlage mit in den letzten drei Jahren gemeldeten Buchtiteln aus. Schulbuch, Fachbuch, Sachbuch und Belletristik haben dabei unterschiedliche Verteilungsschlüssel.

Es erscheinen jährlich 96.000 Bücher in Deutschland, davon zwei Drittel Originalausgaben, ein Drittel Wiederauflagen (Taschenbücher von Hardcovern bspw.), und 25.000 belletristische Titel. Von diesen erscheinen wiederum inzwischen über 80 % als eBook.
Wir reden also von ca. 13.000 belletristischen eBooks und 25.000 Sachbüchern, Fachbüchern, Geschenkbüchern …, die den Bibliotheken schon bei Erscheinen zur online-Ausleihe gegen Geringstgebühr (Jahresmitgliedschaft Bib) zur Verfügung stehen sollen. Pro Bibliothek zurzeit „nur“ 26 mal im Jahrr, aber für alle 8000 Bibliotheken 208.000 mal im Jahr. Der Bestand der Bibliotheken soll so von durchschnittlich 5000 Titeln auf rund 40.000 erhöht werden.
Hier muss über die Sinnhaftigkeit eines solchen Vorgehens debattiert werden, über eine gerechte Vergütung und noch mehr über die Kultursubventionen.
Es kann nicht sein, dass Verlagen und Autorinnen zugemutet wird, für den staatlichen Bildungsauftrag eine tragfähige Lösung zu finden. Es geht um Lizenzen, Technik, Logistik – und Geld.
Die Finanzierung eines Staatsauftrages sollten sicher nicht Verlage und Autorinnen tragen.



Lösungen?
Der Wunsch der Bibliotheken nach Novitäten in alterslosen eBook-Bundles, bei gleichzeitiger Uneinigkeit über die Vergütung pro Leihvorgang von e-Titeln, und ein digitales Bestandsangebot von ca. 40.000 eBook-Novitäten für 8000 Bibliotheken, ist eine wirtschaftliche Bedrohung für Verlage und generiert Umsatzeinbrüche für Autorinnen, da eBookleserinnen zu der nahezu kostenfreien Alternative des E-Lendings abwandern.

Darüber muss man sich verständigen, und zwar in einer Form, bei der nach Lösungen gesucht wird, die auch außerhalb der beiden Beteiligten – Buch-Business und Bibliotheken – liegen. Etwa in der Prioritätensetzung der Länder und Kommunen zur Bezuschussung der Bibliotheken.

Fazit
Grundsätzlich halten Autorinnen die Urheberrechtsschranke und die Zurverfügungstellung ihrer Werke an öffentliche Bibliotheken und Bildungseinrichtungen bzw. an deren Nutzer für sinnvoll und gerecht. Es muss jedoch neben transparenten Vergütung eine Beschränkung der Anzahl der Titel geben – und eine anständige Debatte über die Vergütung.
Und zwar einer gerechten Vergütung, nicht einer, die noch einen weiteren Verlust für Autorinnen und Verlage nach sich zieht.

Hier ist es vor allem zu bedauern, dass die Bibliotheksverbände sich weit von den Autorinnen entfernt haben, mit ihrer Ansprache und dem Kampagnenstart „Right to eRead“, wo Urheberrechte als störend für Informationsrecht und Bürgerrecht formuliert wurden.
Dabei geht es hier nicht um eine urheberrechtliche Lösung, sondern um Lizenz- und Vergütungsmodelle.

Nina George. Schriftstellerin